Die Zukunft ist Webradio!

Written by on 25. August 2017

Heute hat mich ein Journalist nach der Zukunft des Radios gefragt. Meine Antwort: Nur eines ist sicher. UKW wird es nicht mehr geben. DAB wird kommen. Aber das Wichtigste für das Radio der Zukunft wird sein: Das Internet.

2020 werden alle UKW-Sender in der Schweiz abgestellt. Was dann kommt, ist DAB. Nach dem TV stellt endlich auch das Radio auf digitale Verbreitung um. Ein glasklarer Sound, die Musikfans werden begeistert sein.

Aber ist wirklich DAB der Kanal der Zukunft?

DAB: Schlechte Qualität und viele Ausfälle

Als ich kürzlich bei meinem Autohändler des Vertrauens war und mal vorsichtig fragte, ob die neuen Automodelle schon auf DAB umgerüstet seien, war dessen Antwort ernüchternd: DAB haben sie schon, aber in den Tunnels (und von denen gibt es in der Schweiz Tausende) gibt es keinen Empfang.

In den Internetforen der Radiofans stiess ich auf grosse Entrüstung: Jetzt haben wir Autofahrer lange dafür gekämpft, dass wir UKW in den Tunnels haben. Und nun schalten sie UKW ab! Und DAB muss in den Tunnels erst nachgerüstet werden.

Die Autoindustrie setzt auf Internet

Moderne Autos kommen mit einem eingebauten iPad daher, auf dem der Fahrer jederzeit alle relevanten Informationen abrufen kann. Der iPad hat selbstverständlich Internet-Anschluss. Klar, dass bald (oder zum Teil schon jetzt) auch das Radio über diese eingebauten Wundergeräte laufen wird.

Und auch für alle, die ein Handy haben (also: alle!), gilt: Der einfachste Kanal, um Radio zu hören, ist das Web. Oder kennt jemand von Euch ein Smartphone-Modell mit DAB? Davon gibt es zur Zeit genau eines, was einiges darüber aussagt, wie sehr die Industrie an DAB glaubt.

Die Kosten für den DAB-Betrieb zahlt der Billag-Zahler

Nichts desto trotz: Für den landesweiten Betrieb der Radiosender über DAB sind Millionen in Antennen investiert worden. Das fordert seinen Preis – in Form von Billag-Rechnungen für alle, aber auch für alle die Radios, die ihre Radioprogramme über DAB verbreiten wollen. Auf meine diesbezügliche Anfrage beim Bundesamt für Kommunikation erhielt ich die Auskunft, dass ich für einen DAB-Kanal mit jährlichen Kosten von 100’000 Franken rechnen müsse.

Für mich als kleines Webradio eine astronomische Summe, die ich mir niemals vorstellen kann. Und auch wenn ich das Geld hätte, wäre es sehr fraglich, ob ich es sinnvolllerweise in einen DAB-Kanal investieren sollte – oder nicht besser spenden für eine wirklich gute Sache.

100’00 Franken! Das Gleiche bekonme ich übers Web für maximal 100 Franken pro Monat. Kann mir hier noch jemand sagen, warum ich für das Gleiche 100 Mal mehr ausgeben soll?

Online-Radios: Bessere Soundqualität als DAB

Online-Radios haben im Vergleich zu DAB-Radios erst noch die viel bessere Sound-Qualität. Wegen der begrenzten DAB-Kanäle senden sie aufgrund der beschränkten Kapazitäten auf lediglich 80 kbit/s. Das ist wenig, nur schon im Vergleich zu WALTS WELT, das über Internet jetzt schon auf 128 kbit/s sendet.

Nein, es ist glasklar: Die Zukunft des Radios wird im Web sein.

Eigentlich keine wirklich erstaunliche Erkenntnis. Denn allles, ob Print-Zeitungen oder TV, steuert in atemberaubendem Tempo aufs Web zu. Erstaunlicherweise nur beim Radio gibt es Leute, die immer noch glauben, das Radio bliebe von dieser Entwicklung verschont.


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